Die große Entsorgung

Sorgen solltest du dir machen!
Wenn du deinen Mund für die Verteidigung deiner demokratischen Rechte halten muss,
Wenn die freie Äußerung deiner Meinung verboten wird,
Wenn deine Stimme von der Herrschaft nicht mehr gehört wird,
Wenn deine Würde bedroht ist.
Dann solltest du dir schleunigst Gedanken über die große Entsorgung machen.

Ehrlich gesagt, das was heute in dieser Welt passiert, hätte ich vor vierzig Jahren niemals für möglich halten können. Dennoch es passiert! Und zwar immer mehr erlebe ich das Voranschreiten einer globalen Renaissance des Absolutismus.

Eine Reise in unsere eigene Geschichte genügt, um festzustellen, dass wir zurzeit eine Mischung aus Technofaschismus1 gepaart mit einer Gewalt der Machtherrschaft erleben. Das ist zwar nichts Neues, denn alle imperialistischen Herrschaftsformen führen unvermeidlich zu einem faschistoiden Autoritarismus. Allerdings ist die Form dieses Autoritarismus heute in seiner Intensität der Gewaltanwendung mit kaum einem bisherigen Herrschaftssystem gleich zu stellen.

Parallele mit dem ersten, zweiten und weiteren Kriegen sind zwar präsent, weil der Ablauf, bevor die damalige Situation aus dem Ruder lief, viele Ähnlichkeiten bietet. Dennoch haben die Methoden mithilfe eines enormen technologischen Vorsprung an Effizienz zugewonnen, deren Einsatz das Ende der Menschheit bedeuten könnte.

Normalerweise weiß die Herrschaft über dieses unumkehrbare Ende Bescheid. Es sei denn, der Irrsinn übernimmt die Kontrolle über die Vernunft. Ich glaube fest daran, dass wir alle irgendwie irrsinnig sind. Ich selber auch! Solang dieser Irrsinn der Gesellschaft in irgend einer Weise zugute kommt, dann bleibt die Vernunft im Irrsinn erhaben. Das kann, zum Beispiel, sich selber bewusst hinterfragen, ob das, was sich auf diesem Planeten zurzeit abspielt für unsere Spezies unbedingt ein Segen ist?

Ohne Bewusstheit kein Sein. Ohne Selbstbewusstsein kein Leben. Mit Verantwortungsselbstbewusstsein dein und das Leben deiner Mitmenschen einen Sinn geben. Deinem Leben kannst du keinen Sinn geben, solang du ohne Mittel auf diesem Planeten stehst. Und ohne Mittel kein Zweck.

Einerseits besteht der Zweck zum Lebenssinn aus den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, und, die wir für unser materielles Vergnügen bereit sind auszugeben. Andererseits „Glück“, das reale Glück kann man nicht kaufen. Die schnelle Liebe, die Scheinfreundschaften und vielleicht ein paar Gesundheitsbeanstandungen sowie eine innere Unzufriedenheit können in keinem Fall einem positiven Beitrag zum eigenen Glück leisten. Und ohne Frieden, sowohl im Inneren als auch außerhalb unseres Wesens kann weder ein individuelles noch ein gemeinnütziges Glück sinnvoll erzielt werden.

Unglücklich wird es, wenn das Zusammenhalten unserer Gesellschaft verflüchtigt, das Individualismus an unermesslichem Prestige gewinnt, und am Ende das Selbstbild (Narzissmus) ohne Empathie und zerstört wirkt. Fakt ist, dass dieses ausgeprägte Individualismus fast allen Gesellschaftsbereichen heute mehr denn je zutrifft.

Seit mehr als 40 Jahren mithilfe einer so genannten kognitiven Kriegsführung2 arbeitet die Elite an einer Art totaler Kontrollübernahme über die Mehrheit unter unserer Spezies. Man sieht es am Verfall unserer westlichen Gesellschaft. Die Mehrheit soll es niemals zu gut gehen, denn, dann könnte die Minderheit sich in seiner perfiden Art und Weise bedroht fühlen, wie sie die Mehrheit ausnutzt, um ihren astronomischen Profit zu realisieren.

Nur sehr kurze soziale Strohfeuer haben uns – die Mehrheit – im Lauf des 20. Jahrhunderts bis ca. Mitte/Ende der Sechzigern ein vernünftiges gemeinsames Leben, eine gute soziale Absicherung, eine sehr gute und kostenfreie Bildung, und eine freie Meinungsäußerung ermöglicht. Die Sozialproteste wurden von aktiven Bürgerbewegungen initiiert. Seit Anfang der achtziger behauptet die „neue“ Herrschaft, dass man sich den Sozialstaat, wie wir es noch kennen, nicht mehr leisten kann.

In Deutschland wurden 2025 Waren in Höhe von fast 810 Milliarden Euro exportiert. Der Exportüberschuss lag immer noch bei mehr als 150 Milliarden Euro. 256 Milliardär*innen haben rund 700 Milliarden Euro Vermögen in Deutschland, also, doppelt so viel wie vor fünf Jahren. Das private Geldvermögen ist auf 10 Billionen Euro gestiegen. Inzwischen leben ca. 20 % der Bürger*innen unter der Armutsgrenze3.

Wenn die Mehrheit die Minderheit auf dieser extremen Weise ernährt, ist es kein Wunder mehr, dass wir einen sozialen Kahlschlag wie nie zuvor bald erleiden werden.

Weiterhin kommt hinzu, dass Kriege führen, Geld kostet. Viel Geld. Und Deutschland will unbedingt bald die stärkste Militärmacht in Europa wieder werden. Wir wissen all zu gut, wo diese Herausforderung schon um zwei mal in Europa hinführte.

DSGVO (Datenschutzgrundverordnung4), DSA (Digital Service Act5), NIS2 (Netzwerk- und Informationssicherheit6), Data Act7 und so weiter. Insgesamt müssen die Unternehmen je nach Geschäftszweig sich heute mit elf unterschiedlichen digitalen Verordnungen auseinandersetzen. Für ein kleines Unternehmen sind die Kosten für die Umsetzung dieser Verordnungen kaum zu bewältigen.

Bei der Bildung kann man heute noch froh sein, dass eine Mehrheit unter uns noch eins und eins sind zwei vom Kopf rechnen kann. KI (Künstliche Intelligenz) soll das alles lösen, und uns selbstverständlich auch mit… auflösen. Solang KI als Werkzeug umgesetzt wird, sehe ich diese technologische Entwicklung als positiv. Ist das umgekehrt, dann kann die Rede von digitaler Vergewaltigung sein.

Aus allen unter diesen oben geschilderten Gründen will ich mein Leben und dessen meiner Mitmenschen einen Sinn geben. Deshalb habe ich die Aktion „Die große Entsorgung“ initiiert. Der Zweck dieser Aktion besteht daraus klar zu machen, dass dem Leben einen Sinn geben, wohl viel Verantwortungsselbstbewusstsein verlangt. Viel zu wenig besitzen auf einer krankhaften Art viel zu viel, und viele werden Krank, weil sie zu wenig haben, um einen Sinn an ihrem Leben zu geben.

Ungleichheiten führen stets zu Krieg, denn ein sinnloses Leben ruft keinen Frieden hervor. Nur, wenn ich mich selber und meine Umgebung infrage stelle, komme ich vielleicht im Genuss eines glücklichen Lebens.

Hinterfragt habe ich schon:
Wie kann ich Widerstand gegen Ungleichheiten und alle dieser asozialen Entwicklungen leisten? Indem ich mich zuerst mit meinen zehn Weisungen des Verantwortungsselbstbewusstseins auseinandersetze.

  1. Stelle dir erst selbst infrage, dann kannst du deine Umwelt und dein Umfeld umso besser hinterfragen.
  2. Glaube nur das, was du siehst. Es sei denn, es handelt sich um eine etablierte und zurzeit unwiderlegbare Wahrheit.
  3. Denk stets quer, denn du willst dein Wissen und Können vertiefen.
  4. Weißt das, was du einigermaßen im Leben willst. Denn nur auf dieser Weise lernst du, wie du dich auf den Weg des Wissens und Könnens bewegst (movere aus dem Latein „bewegen“, „motivieren“).
  5. Lebe frei solang du dein Nächsten in deine Freiheit miteinbezieht.
  6. Weiß das Glück zu schätzen, denn Gesundheit, Freundschaft, Liebe und Frieden sind dessen Zutaten.
  7. Schütze die Meinungsfreiheit und zeige deinem Nächsten den Weg des vernünftigen Diskurses.
  8. Lehne jede Form von Absolutismus ab, denn die Welt gehört uns alle.
  9. Absolutismus kannst du nur aus dem Weg Schaffen, indem du dich am politischen Leben aktiv beteiligst.
  10. Zeige deinem Nächsten den Weg zum Verantwortungsselbstbewusstsein, so wird er diesen vielleicht betreten.

Diese Weisungen sind kein Allheilmittel. Dennoch helfen sie mir, meinen Weg in unserer sehr komplex gewordenen Gesellschaft zu finden. Und vielleicht auch meine Erfahrungen auf diesem Weg mit meinem Nächsten zu teilen.

Vielen Dank diese Aktion zu unterstützen. Nur mittels einer effizienten Bürgerbeteiligung können wir zusammen unser Lebenssinn besser gestalten.

  1. Technofacisme“, mot de l’année 2025, élu par la RTBF, https://www.rtbf.be/article/le-mot-de-l-annee-2025-est-technofascisme-ou-lorsque-la-technologie-numerique-est-un-instrument-de-pouvoir-autoritaire-11654315 ↩︎
  2. Dr. jonas Tögel, Kognitive Kriegsführung, https://www.jonastoegel.de/publikationen ↩︎
  3. Stephan Krull, Zeitenwende in der Arbeitswelt, https://isw-muenchen.de/online-publikationen/texte-artikel/5405-zeitenwende-in-der-arbeitswelt ↩︎
  4. https://dejure.org/gesetze/DSGVO ↩︎
  5. https://www.bmj.gv.at/themen/EU-und-Internationales/Digital-Services-Act.html ↩︎
  6. https://www.nis.gv.at/nis-2-richtlinie.html ↩︎
  7. https://datenverordnung.de/ ↩︎