„Amrum“ gibt eine letzte Begegnung mit Hark Bohm, der kurz darauf verstirbt; auch Annemie verabschiedet sich am Morgen des 10. Oktober von ihrem Willi auf immer. Wir erfahren davon auf der Fahrt nach Andechs, wo Dorothea sich im Bayerischen Philharmonischen Chor zu Carl Orff’s „Carmina Burana meets Techno“ im Florian-Stadel angesagt hat. Die Freude am Besuch der Alten und Modernen Pinakothek in München und der Genuss des ausgezeichnete Dinner im Romantik „Chalet am Kiental“ verlieren sich anderntags in der Herrschinger Gastro-Klinik, die mich meines blutenden Geschwürs im Zwölffingerdarm beraubt. Dafür schliesst mich Dallau wieder für 10 Tage in seine veganen Tentakeln und schickt mich unter die Duschbrausen in das schallende Lachen von Frau Fischer.
Das Hans Arp-Museum in Rolandseck ist eine architektonische und künstlerische Überraschung; ich habe Dadaismus und Konstruktivismus als Protestkunst noch nirgendwo so intensiv wahr genommen. Peter – der Restaurator und Illustrator – nimmt das Gespräch über die Kunst auf und liefert jene Illustrationen, die angereichert um die über Jahre gesammelten Anekdoten das Poesiealbum „Aphorismen contra Algorithmen“ bei Pilgram Druck entstehen lassen. Die Ahnen rufen an Allerheiligen/Allerseelen zu den Gräbern und Kostas lädt zu seinem „Wozzeck“ im deutsch-griechischen Teater ein. Jürgen, mein Referent aus Düsseldorfer Zeiten, hat sich nach langer Krankheit wieder zu einem Literatur-Abend mit Frau Baum entschlossen, die das Erbe ihres Mannes – FDP-Innenminister Gerhard Baum – als Menschenrechtsanwalt im Buch „Besinnt Euch…“ literarisch bewahrt. In Düsseldorf lehrt uns Prof. Dr. Lammert als ehemaliger Bundestags-präsident mit „Demokratie braucht Demokraten“ wie zerbrechlich das System unter den Bedingun-gen einer kapitalistisch imperialen „regelbasierten Ordnung“ ist, in der Beliebigkeit herrscht.
Die evangelische Dreiergemeinde von Brühl, Erftstadt und Wesseling versucht sich mit Verve und 100 Stimmern in der Kreuzkirche an Mozart’s „Requiem“, der neue Schauspiel Intendant Kay Voges an einer „Faust“-Interpretation, die beim „Augenblick, verweile – du bist so schön“ nicht lange verweilt und Gretchen am Spinnrad nicht nur den „König von Thule“ beweint, sondern „mehr Licht“ einfordert: ein teatralisches Gemälde in hell-dunkel. Das Akkordeon-Orchester feiert mit einem Konzert sein 60-jähriges Bestehen im Rhein-Forum vor grossem Publikum, der Kunstverein seinen Jahresabschluss in der „Stadtkrone“. Ich schliesse mich den Feiern an und feiere „40 Jahre Düsseldorfer Strasse“ mit meinen Miteigentümern Karl, Gisela und Angelina im „ Palazzo“. Gevatter Tod schärft derweil seine Sensenblätter und holt sich Erwin Wolf nach einem Fall, auch Robert Kremer schliesst seine Augen nach 89 Jahren.
Manga meldet sich am Frankfurter Flughafen und erfreut uns – für einen Tag, ehe sie sich mit Ihrem niederländischen Freund Stephan aus dem Staube macht und uns rat- und sprachlos zurücklässt. Unga zeigt sich aufgeschlossen für all die Weihnachtsmärkte, bei denen sich Wesseling mit seinen handwerklichen Arbeiten von den kommerzialisierten Märkten wohltuend abhebt. Das Bundeswehr-sozialwerk verwöhnt uns mit einem Benefizkonzert in der Telekom-Halle in Bonn, der Frauenchor „Cantamus“ mit einem Adventskonzert zum Mitsingen im Rhein-Forum.
Amelie offeriert sich und ihre Mongolei in der Jahresausstellung in der Galerie Smend. In Düsseldorf gibt Achim Post als SPD-Landesvorsitzender ohne eigene Diagnose Antwort auf Fragen der Johannes-Rau-Gesell-schafter und bestätigt so, dass das sozialdemokratische Jahrhundert vorüber ist. Chemnitz verklärt im Lichterglanz seinen Status als „Kulturhauptstadt Europas“ mit Filmfestwochen und Aktionen.
Die AWO Wesseling feiert rituell Ihr Weihnachtsfest, Bürgermeister Ralph Manzke an Nikolaus die 70 Jahre, die Wesseling sich durch den Spruch des Verfassungsgerichtshofs NRW aus den Fängen der Stadt Köln befreit hat. Ursula lässt sich zu ihrem 88. Geburtstag im „Greco“ verwöhnen, während sich das „Haus der Geschichte“ und die „Beethovenhalle“ in Bonn zum Jahresende in neuem Kleid zeigen. Mein AWO-Solidaritätspreis geht in diesem Jahr unter grosser öffentlicher Anteilnahme in Weilerswist an den „Wünschewagen“. Meine Wünsche nach einer friedvollen Welt, wo „Worte statt Waffen“ regieren, lassen sich weder in der Ukraine, noch in Gaza, Venezuela, Sudan, Kambodscha noch sonst unter einer politischen Führung verwirklichen, die durch imperiales Verhalten die Strukturen von Demokratie beseitigt, die dem Kapital im Wege stehen, um in Kriegen ihre Geschäfte zu machen. Alain Delon hat sich verabschiedet mit den Worten: „Ich werde diese Welt verlassen, ohne sie zu vermissen.“ – die Geschenke sind gemacht, die Worte verbraucht:
Der Rest an guten Wünschen für ein „FROHES WEIHNACHTEN“ verliert sich über Weihnachten und Neujahr bei Fango und Tango in unserer Herberge „Bel Ermitage“ in Abano Terme.
