Die Politik der Ignoranz

Wenn die Gewalt über die Vernunft gewinnt, dann müssen wir uns die Frage stellen: Warum gehen teilweise gewalttätige Leute auf die Straße, um ihre Meinung kundzutun? Was für Leute sind das? Oder sind die Gewaltaktionen in Hamburg während die G20 teilweise auch vom Staat aus selber inszeniert, um die Linke Szene zu diskreditieren? Denn Gewalt geht normalerweise nicht von sich selber heraus. Es muss entweder provoziert oder inszeniert werden, oder auch beides!

Da es sich um beides handeln könnte, haben sich die Organisatoren der Kundgebung aus diesem Grund von diesen Gewaltakten ernsthaft distanziert. Die Situation ist in Hamburg eskaliert, aber ganz bestimmt nicht so heftig wie von den Massenmedien behauptet. In jeden Fall genug um zu zeigen, dass wir zuerst uns selber ändern müssen. Die Mehrheit der Politiker/innen hören uns nicht mehr oder desinteressiert zu, weil sie lieber die konformen Marionetten des neoliberalen Theaters spielen wollen.

Uns sollte dieses Theater nicht egal sein, sondern besser wäre es uns von diesem Spiel zu distanzieren. Falls wir auf einem anderen Spiel hoffen, dann müssen wir die Regel selbst bestimmen. Wir müssen den Korporatismus wiedererwecken. Und zwar in vielen Lebensbereichen. Zum Beispiel bei der kommunalen und städtischen Grundversorgung (Energie) aber auch im Bereich unserer eigenen Versorgung mit Lebensmitteln und öffentlichen Verkehrsmitteln, der Bildung und des Soziales usw. Wir müssen umdenken.

Weiterhin soll die Politik die Gesetze aussprechen und von der Justiz absegnen lassen. Wir müssen nachdenken und sehen, dass wir uns eine Demokratie nur leisten können, ab dem Moment, dass wir verstanden haben, dass nur gemeinsam eine partizipative Gesellschaft angestrebt werden kann, um eine korporative Wirtschaft zu fördern. Zum Beispiel: Wir können selbst zusammen entscheiden, wem wir für eine gute Nahrungsversorgung beauftragen. Wir müssen uns nicht von der Agroindustrie bevormunden lassen, was wir auf unserem Teller wollen. Das ist der Weg, den wir bauen müssen. Auf dieser Weise zeigen wir, dass eine soziokratische Gesellschaft wohl möglich ist.

Wir müssen lernen, dass weniger immer mehr ist. In unserem alltäglichen Leben können wir entscheiden, wem genau wir Etwas abnehmen bzw. abkaufen, um unseren Grundbedarf zu befriedigen. Wer mehr braucht und Etwas überflüssiges sucht, soll sich die Frage stellen, ob er das unbedingt zum Leben braucht. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Ich bin überhaupt kein Moralapostel der Technik. Ganz im Gegenteil. Aber für mich dar wo ich Technik sehe und höre, erwarte ich einen Nutzeffekt und nicht nur reinen Spaß. Und dieser Effekt soll bitte qualitativ eine angemessene Lebensdauer haben. Nach dem Lebenszyklus soll der Gegenstand umweltfreundlich abgebaut bzw. wiederaufbereitet werden. Und das allein können wir nur entscheiden. Wir können wir das Handwerk der Zuhälter des Konsums lenken sogar stoppen. Wann fangen Sie an?

Jetzt zwei Fragen an Sie:

  • Wie stellen Sie sich eine korporative Gesellschaft vor?
  • Welche Chancen und Risiken sehen Sie?

Über Ihre Kommentare oder Ihre Email zu diesem Thema freue ich mich sehr.

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