Eine Zeitreise im Globalhandel

Alles fing mit der seidenstraße an

Schon seit Anfang des III. JH. vor Christus mit der Eröffnung der Seidenstraße fing der Globalhandel an. Diese Route wird während eines Jahrtausenden China mit Zentralasien verbinden. In China wurde der Tauschhandel vom 11. bis 13. JH. durch das Papiergeld ersetzt. Dadurch entsteht eine Industrieaufschwung und ein Außenhandel, die der Händlerklasse an Bedeutung gewinnen lassen. Das Papiergeld wird in 1455 eingestellt.

Weiterhin werden während dieser Jahrhunderte zahlreich Bünde und Abkommen zusammengeschlossen, wie zum Beispiel die Gründung der Stadt Lübeck an der Ostsee, wo die Leute zum Freihandelsgespräche eingeladen wurden oder die Gründung des Lombardenbundes. In 1241 mit der Gründung der Hansestädte wird eine Allianz von fast 80 Städten ins Leben gerufen. Lübeck bleibt mehr als zwei Hundert Jahre lang die Hauptstadt der Hanse. Bis 1356 erreicht diese Allianz seinen Höhepunkt mit 130 Städten.

Zwischen das 15. bis Ende des 19. JH. kommt die Zeit der Entdeckungen, Eroberungen und des Kolonialismus. Unsere Welt globalisiert sich. Stammvölker werden enteignet, beraubt und versklavt, so das Viele vollständig aussterben. Diese Gewalt der Machtherrschaft hängt nicht nur mit westlichen Eigenschaften zusammen, sondern macht sich auch bei anderen Völkern bemerkbar, wie zum Beispiel in China, Japan und in den arabischen Ländern.

Ein beeindruckendes Beispiel wird uns von England geliefert. Im 16. JH. eröffnet sich mit der Gründung der Compagnie Ostindien ein Handelsmonopol im indischen Ozean, das zusammen mit den Holländern bis Ende des 19. JH. florieren wird. Die Franzosen werden sich auch einmischen, aber nicht ohne Kriege. Ja, Kriege stammen immer aus einem Handelskonflikt namens Profit bzw. Ressourcenknappheit und -ausbeutung. Statt Kriege zu führen, haben Länder wie zum Beispiel Japan ihre Handelsgrenze geschlossen. Sowohl für den Handel als auch für die Ausländer hat das negative Konsequenzen gehabt.

In 1637 fand der erste Börsencrash mit der Tülpenfieber statt, wo in den Niederlanden zahlreich Kaufleute sich verspekuliert hatten.

Auch Blockade und starker Protektionismus werden praktiziert, um die Wettbewerber so lang wie möglich im Schach zu halten. Ende des 18. JH. fängt die industrielle Revolution an und die Geburtsstunde des Kapitalismus hat geschlagen. Erstmal wird das Wort in 1753 in Frankreich erwähnt und definiert eine Person, die Güter besitzt. Wie oder mit welcher Machtausübung er zu diesem Besitz kam oder gekommen ist, steht selbstverständlich auf einem anderen Blatt.

Innere Handelsabkommen wie zum Beispiel die Gründung des Zollvereins erfüllt dem Zweck Preußen, Sachsen und Bayern eine Währungsunion ins Leben zu rufen, um gegenüber England wettbewerbsfähig zu bleiben. Und raten Sie Mal: Wer hat in 1853 die Japaner zum globalen Handel gezwungen? Die Amerikaner mit der Eroberung der Bucht von Edo (heute Tokyo)! Unter diesem Zwang wird Japan ab 1867 sehr leiden, weil es eine starke Wirtschaftskrise herrscht, die direkt mit dem Zwangsimport westlicher Güter zu tun hat.

Seit diesem Zeitpunkt stellen wir fest, dass die Krisenzünder fast immer den gleichen Namen tragen und zwar die USA. Überall dort wo dieses Land sich wie einen Gendarmen einmischt, fängt alles an, schief zu laufen. Irgendwie könnte man fast sagen, dass es sich um ein Teufelsland handelt. Oder?

Ab dem 20. JH. mehren sich die neuen Wirtschaftskrisen und hängen fast immer mit Immobilienblasen zusammen. Im Lauf des 20 JH. werden mehr als 1.000 Handelsabkommen das Tageslicht sehen. Nicht alle werden von den betroffenen Staaten zugestimmt bzw. umgesetzt, weil der Volksdruck gegen den Abbau der Demokratie so groß ist, dass die Umsetzung weder wirtschaftlich noch sozial zumutbar ist. Als Beispiel: in 1998 wurde das MAI (Multilateral Agreement for Investment) wegen Volkswiderstand auf Eis gelegt.

Ein aktueller Fall zeigt das CETA (Comprehensive Economic Trade Agreement) Abkommen zwischen Kanada und Europa. Dieses Abkommen könnte Investoren ermöglichten, mittels eines privaten Schiedsgerichts ihre Rechte gegen souveräne Staaten durchzusetzen. Falls die beklagten Staaten sich der Gier der Investoren nicht unterwerfen, wie zum Beispiel bei der Privatisierung der Wasserversorgung, die Schiefergasförderung – in einem Wort aus der Volksfürsorge eine Geldmaschine zu machen – dann könnten diese Staaten auf Schadenersatz in Milliardenhöhen verklagt werden.

Vom Feudalismus ins Kapitalismus bis hin zum feudalen Kapitalismus haben wir unsere Völkerrechte Mal mehr Mal weniger verteidigen können, wobei erst seit Anfang des 20. JH. ein richtiger Sozialaufschwung von allen Schichten in unseren westlichen Gesellschaften gefördert wird. Falls wir diesen Aufschwung durch die Zeitreise des Globalhandels nicht erneut vernichten sehen wollen, dann müssen wir uns für unsere Demokratie einigen und einen friedlichen Widerstand gegen schädliche Handelsabkommen leisten.

Nicht alle Handelsabkommen sind gut, aber ohne gute Abkommen geht es heute in unserer globalen Welt überhaupt nicht mehr. Zusammen mit den Staaten müssen sinnvolle Handelsabkommen von den Völkern zugestimmt werden. Die kollektive Kooperation – die sogenannte Genossenschaft – muss gefördert werden, um eine partizipative Gesellschaft zu ermöglichen, die den Völkern zu mehr Verantwortungsübernahme zumutet.

Deshalb ist mehr denn je eine starke Bürgerbeteiligung bei Handelsabkommen unentbehrlich! Human-dignity will einen besonderen Akzent auf einer für alle partizipativen Gesellschaft setzen. Zugänglich für alle, ohne hoch angesiedelt intellektuelle Floskeln und frei vom politischem Einfluss und Diskurs. Aus diesem Grund wird sehr Bald ein erstes Plenum in Köln organisiert werden. Deine Kommentare mit konstruktiven Kritiken sind herzlich willkommen!

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit.

Mehr Details zu der Zeitreise im Globalhandel findest du hier.


Quellen: Manière de Voir Nr. 141, Juni-Juli 2016, Libre-échange la déferlante und le Manuel d‘Économie critique 2016, beide Le Monde Diplomatique (Übersetzungen). Thomas Piketty, Capital in the 21st Century, Belknap – Harvard. DESTATIS.

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